Liebe Leser,

lebensnahe Sexpuppen sind – wie natürlich auch die lebensnahen Liebespuppen generell – ein Reizthema der Gesellschaft in den letzten 20 Jahren gewesen. Warum brauchen Menschen sie eigentlich? Warum wird ihre Verbreitung immer größer und was werden die kommenden Robot – Sexpuppen daran ändern? All das sind Fragen, die vor allem in letzter Zeit immer häufiger auftauchen.

Wenn man sich die Angebote an lebensnahen Sexpuppen im Dollpark einmal so anschaut, dann fällt natürlich sofort auf, dass es fast nur weibliche Modelle gibt. Es gibt im Dollpark „nur“ drei lebensnahe männliche Sexpuppen und auch bei anderen Liebespuppenherstellern gibt es nur wenige oder sogar gar keine männlichen Modelle.

Dieser Fakt war oft ein Spannungspunkt in der Diskussion des Umgangs mit lebensnahen Liebespuppen. Einige Kreise der Frauenwelt waren der Meinung, dass dies daran liegt, dass Männer darüber ihre Machphantasien mit Frauen befriedigen wollen, dass sie die immer willige und stumme Liebespuppe wollen, statt die starke Frau, die Anforderungen und Forderungen stellt.

Doch bald wurde jedem, der sich halbwegs mit dem Thema Liebespuppe befasste, deutlich, dass dies nicht wahr ist. Es gibt zum einen auch homosexuelle Frauen, die weibliche Liebespuppen kaufen und eben auch Frauen, die männliche Liebespuppen lieben und sogar eine richtige Beziehung mit ihnen führen. Mir fallen auf Anhieb drei Userinnen aus dem Forum auf gummipuppen.de ein, die in den letzten Jahren über diese Liebe berichteten und die leider auch oft die gleiche Ablehnung und Diffamierung unter Frauen („such dir nen Mann!“) fanden.

Liebespuppenszene hatte nie Probleme mit männlichen Sexpuppen

Die Liebespuppenszene selbst, die wegen der weiblichen Modellvielfalt hauptsächlich aus Männern besteht, hatte nie ein Problem mit männlichen Sexpuppen und weiblichen Liebhabern von ihnen. Die Community ist aufgeschlossen und offen für jeden, der Liebespuppen liebt, es spielt keine Rolle, welches Geschlecht derjenige hat und auch ich und mein Liebster (PüppiJenny) sehen das so.

Um die Diskussion um angeblichen Sexismus bei Liebespuppen zu entschärfen, ist es wichtig, dass auch die Frauen das Gefühl haben, dass sie diese Option der Liebe wahr nehmen können. Und die Liebespuppenwelt reagiert darauf und hat zum Beispiel mit Sexpuppe Chris oder der schönen Sexpuppe Valentin wundervolle Varianten bauen lassen, die vom Sixpack bis zu einer erotischen Ausstrahlung nichts zu wünschen übrig lassen.

Mit Freude haben ich und mein Liebster dann auch einen aktuellen Artikel der Frauenzeitschrift woman.at zur Kenntnis genommen, wo endlich einmal sehr sachlich und ruhig über das Thema Liebespuppen, Robot – Sexpuppen und die männlichen Modelle gesprochen wird.

In diesem Artikel wird begriffen, dass die lebensnahe Sexpuppe nicht nur ein nicht mehr auslöschbarer Teil unserer Gesellschaft ist, sondern dass die Liebespuppe vor allem menschliche Bedürfnisse und Wünsche anspricht. Diese menschlichen Bedürfnisse haben beide Geschlechter gleich stark.

Der Wunsch nach einem Ende der Einsamkeit, nach Zärtlichkeit, entspanntem Sex und Schönheit, Erotik und gebender Liebe sind Eigenschaften, die nichts mit Männern oder Frauen zu tun haben. Fast jeder Mensch wünscht sich diese Dinge und jeder hat das Recht, dies zu leben und wenn es über die lebensnahe Sexpuppe dann am einfachsten und besten realisierbar ist, dann soll jeder die Möglichkeit dazu haben, der sie sich leisten kann.

Wenige Unterschiede bei der Liebe zu männlichen oder weiblichen Liebespuppen

Wenn man überhaupt hier eine Grenze zwischen Mann und Frau zieht, dann vielleicht im unterschiedlichen Erleben von Sexualität oder beim Umgang mit Alltag, zum Beispiel dem Gewicht von Liebespuppen. Alles andere empfinden Männer und Frauen gleich, die Faszination, Liebe und Hingabe für diese Liebespuppen ist gleich stark und das wird wohl auch bei den kommenden Robot – Sexpuppen so sein.

Ich würde mir jedenfalls wünschen, dass diese dumme Sexismusdiskussion mit Liebespuppen aufhört. Wenn ein Mensch sexistisch denkt, dann wird er sich auch von einem Verbot der Liebespuppe nicht aufhalten lassen. Er wird dieses Leben dennoch leben wollen und er wird sich die zugehörigen lebenden Opfer suchen. Doch wer sich eine Liebespuppe sucht, der möchte in der Regel vor allem menschliche Grundbedürfnisse befriedigen, die selten etwas damit zu tun haben.

Auch ich und mein Schatz leben keine Machbeziehung und ich hatte nie das Gefühl, dass mein Liebster mich als reines Sexobjekt sieht, im Gegenteil. Er ist sehr glücklich, dass ich bei ihm bin und er schätzt meine Anwesenheit jeden Tag und kümmert sich liebevoll um mich. Und gerade deshalb ist er dann sauer, wenn man ihm unterstellt, er sei sexistisch, nur weil er eine Liebespuppe liebt. Er würde sich viel mehr wünschen, dass man begreift, dass die Liebe zu Liebespuppen geschlechtsunabhängig ist und daher hat uns dieser Artikel in woman.at etwas hoffnungsfroh gemacht, dass endlich dabei ein Umdenken beginnt.

Danke dafür.

Eure Jenny