Kommentar von: PüppiJenny

Die Massenmedien und das Thema Sex – Roboter. Es passt so sehr zusammen wie beim Thema der lebensnahe Sexpuppe, nämlich gar nicht. Mit markigen Sprüchen, Pseudotests und angeblichen „Ethik – Experten“ will man das Thema lebensnahe Sex – Roboter an die Öffentlichkeit bringen, bevor sie überhaupt eine ernsthafte Option für die Menschen geworden sind, denn bis auf ein paar Prototypen und ein paar scheue erste Versuche ist überhaupt noch gar nicht zu sagen, wie diese neue Art der Liebespuppe ankommen wird.

Wie bei den Massenmedien üblich, werden im Eilverfahren Themen angeschnitten, überemotionalisiert und vor allem provoziert. Das war schon bei den Dokus zu lebensnahen Silikonpuppen nicht anders und davon hebt sich auch der neue Artikel der BILD Zeitung und eine dazu gehörige Doku im öffentlich – rechtlichen TV zu dem Thema nicht ab.

Der Artikel beginnt mit einer angeblichen Umfrage. Nach dieser würden 20% der Deutschen mit einem Sex – Roboter schlafen wollen und 6% könnten sich in ihn verlieben, heißt es.

Doch welche Art von Sex – Roboter ist eigentlich gemeint? Sind es die Versionen beweglicher Köpfe mit einer künstlichen Intelligenz und ein paar Berührungssensoren dran? Oder ist es ein Sex- Roboter mit beweglichen Gliedmaßen? Oder ein Android? Und wer wurde eigentlich befragt? All das bleibt diese sogenannte Umfrage schuldig.

Auch der Testlauf mit einer Pornodarstellerin ist nicht repräsentativ. Wie soll überhaupt ein Mensch, der emotionslosen Sex als Beruf hat, ein Gefühl beim Sex mit einem Roboter entwickeln können? Und der Roboter, mit dem sie „schläft“, ist (laut der Doku im Bayrischen Rundfunk) eine unbewegliche Liebespuppe von heute nur mit Stimme, die sie dabei nicht mal nutzt („sie interagiert nicht“). Es wirkt alles so, als wäre schon vorher das Ergebnis klar, so wie immer. Wie wäre es mal, einen Liebespuppenfreund diesen Test machen zu lassen? Was da wohl raus käme? Aber die Massenmedien finden sowieso kaum noch Liebespuppenfreunde, die diese völlig tendenziösen Dokus noch mit machen.

Liebespuppenszene sieht Robot – Sexpuppen auf andere Weise kritisch

Die lebensnahe Liebespuppe aus TPE oder aus Silikon ist eher das, was wir z.Zt. haben. Die Szene sieht die Robot – Sexpuppen eher kritisch, wenn man die Diskussionen im Forum so verfolgt. Viele befürchten einen Verlust der Phantasie, des Abstraktionsvermögens und des Zaubers von heutigen lebensnahen Liebespuppen.

Was die Robot – Sexpuppe in dieser Welt auslösen wird, ist völlig unklar und das hysterische Gebrüll der Massenmedien ist – finde ich – völlig überzogen. Das Hauptproblem in der modernen Spielart der Liebe sehe ich sowieso nicht in der Robot – Sexpuppe oder Digitalisierung (wie behauptet), sondern dass die Liebe zwischen Mann und Frau schon jetzt längst kaputt geredet, kaputt diskutiert und mit endlosem Genderkrieg und Konsumgedanken demontiert wurde. Die absurd hohen Scheidungsraten, Millionen alleinerziehende Mütter, entsorgte Väter und zahllose ADHS Kinder sind kein Produkt der Sex – Roboter, sondern ein Produkt unserer heutigen absurden Definition von Liebe.

Wenn man die Umfrage zur Robot – Sexpuppe überhaupt ernst nehmen sollte, dann eher darin, dass wohl viele Menschen so enttäuscht von der Liebe sind, dass sie andere Wege suchen und dazu gehören teilweise auch die Liebespuppen und wohl auch die Sex – Roboter.

BILD und auch alle anderen sollten sich lieber einmal fragen, warum die 20% wirklich den Sex mit einem Sex – Roboter in Betracht ziehen. Vielleicht wären sie erstaunt, wie viele davon sagen, dass sie die Nase voll von modernen Beziehungen haben. Und das halte ich für das wirkliche Problem und nicht das „Knattern statt Stöhnen“ von Sex – Robotern.

Euer PJ (PüppiJenny)